18. April 2019

Warum eine ausgeglichene Work-Life-Balance nicht das Maß aller Dinge ist

Wie oft checken Sie Ihre Arbeitsmails außerhalb der regulären Arbeitszeiten?

Egal wie oft, es ist zu oft. Zumindest laut der allgemeinen Auffassung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Tatsache ist jedoch, dass sich unser Arbeitsalltag seit ein paar Jahren in einem starken Wandel befindet und damit auch der Begriff „Work-Life-Balance“ nach und nach abgelöst wird. Junge Talente, die jetzt gerade in die Arbeitswelt einsteigen oder ihre ersten Jahre im Berufsleben verbringen, identifizieren sich viel stärker mit der Idee des „Work-Life-Blending“ – obwohl sie den Begriff selbst wahrscheinlich gar nicht verwenden würden.

Work-Life-Blending – und was wir davon lernen
Anders als beim etablierten Begriff der „Work-Life-Balance“, die ja im besten Fall einen gesunden Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben beschreibt, bezeichnet „Work-Life-Blending“ die Vermischung dieser beiden Bereiche – und trifft damit den Nerv des aktuellen Zeitgeists: Während unserer Arbeitszeit nehmen wir uns die Freiheit, regelmäßig unsere Social Networks zu checken und scrollen uns zwischendrin durch neueste Memes und Katzenvideos. Wir haben oft keine Arbeitshandys und führen in Folge auch immer wieder private Anrufe aus dem Büro. Neben dem Mail-Programm nutzen wir den privaten Messenger, um den Abend zu planen. Und andersherum funktioniert das Ganze genauso: Haben wir das Büro einmal verlassen, checken wir regelmäßig unsere Arbeits-Mails – schließlich bekommen wir dafür ja genauso eine Benachrichtigung wie für alles andere. Und oft genug sind wir sowieso mit unseren Kollegen unterwegs. Viele davon wurden inzwischen zu Freunden, mit denen uns noch lange nach dem gemeinsamen Arbeitsplatz vieles verbindet.

Vielleicht ist der Drang zur Kommunikation in der sogenannten Kommunikationsbranche tatsächlich noch ein bisschen stärker – aber aus unserer Agentur-Erfahrung können wir die eben beschriebenen Punkte auf jeden Fall bestätigen. Also wie gehen wir in weiterer Folge damit um? Hier kommt – zumindest für uns als saintstephens – unser Leitgedanke (dem wir uns in einem anderen Blogpost schon einmal ausführlich gewidmet haben) „Einfach Machen“ wieder voll und ganz zum Tragen:

Wir befürworten, dass ALLE unsere Mitarbeiter eigenverantwortlich und unternehmerisch denken. Sie sollten selbst entscheiden oder sich zumindest mit der richtigen Person abzustimmen wissen, um herauszufinden, was im entscheidenden Moment gerade gebraucht wird. Braucht der Kunde diese Information heute noch? Muss das Layout genau jetzt in der Sekunde überarbeitet werden? Macht es Sinn, den bereits abgestimmten Text um 8 Uhr abends noch ein weiteres Mal umzuschreiben? Manchmal sind diese Fragen mit einem eindeutigen „Ja“ zu beantworten. Manchmal auch nicht. Und dann geben wir jeder und jedem die Freiheit, diese Entscheidung zu treffen – und gleichermaßen dazu zu stehen. Bei uns wird niemand schief angeschaut, wenn er einmal um 16:30 Uhr nach Hause geht. Im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass die jeweilige Person ganz genau abschätzen kann, dass am entsprechenden Nachmittag nichts mehr für sie oder ihn zu tun sein wird. Und sollte sich das doch plötzlich ändern, können wir darauf vertrauen, dass sich die entsprechende Mail durch ein leises „Ping“ und den dezenten roten Einser am Bildschirm bemerkbar machen wird.

In diesem Sinne kehren wir noch einmal zur Anfangsfrage dieses Blog-Beitrags zurück: Wie oft checken Sie Ihre Arbeitsmails außerhalb der regulären Arbeitszeiten?

Na, wie oft?
Ist das zu oft?

Entscheiden Sie bitte selbst.

P.S. Wir sind mindestens so cool, wie es der Kollektivvertrag Werbung & Marktkommunikation erlaubt. 😉

Es war noch nie
so einfach!

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